Kleine Dokumentation und Zeitreise in das Jahr 1989 und die Zeit nach der Grenzöffnung

Quelle: Thüringer Allgemeine: 14.11.2019. Text & Bild: Antonia Pfaff

Die Geschichte zum Erleben und Anfassen. Der Stacheldraht erinnert an die einstige innerdeutsche Grenze. Ein leichter Schmerz zieht beim Anfassen durch den Finger. Das schwarze Styropor verdeutlicht die Mauer in Berlin. Es wirkt kalt und zeigt die Distanz.

Bewusst entscheiden sich die Leinefelder Gymnasiasten des Grundkurses Geschichte für diese Darstellung. Denn den acht Jugendlichen ist bewusst, in welch historischem Jahr wir uns befinden. Dabei wird von den Geschichtslehrerinnen Annette Schönecker und Traudel Oberthür auch auf den 9. November selbst hingewiesen, der auch als „Schicksalstag der Deutschen“ gilt – 1919 Novemberrevolution, 1923 Hitlerputsch, 1938 Reichspogromnacht und eben 1989 die friedliche Revolution mit der Grenzöffnung und dem Mauerfall.

Vier Themenkomplexe inhaltlich und kreativ aufbereitet

Schon zu Beginn des Schuljahres ist den Schülerinnen klar, dass sie das Ereignis 30 Jahre friedliche Revolution entsprechend würdigen wollen. Begleitet und unterstützt werden sie durch ihre Geschichtslehrerinnen. Schnell ist es klar: Es soll eine Ausstellung werden. Dazu gibt es vier Themenkomplexe, die fachlich, aber auch kreativ ausgearbeitet und aufbereitet werden. Zu sehen sind also die Schwerpunkte: Vom Mauerbau zum Mauerfall, Der Mauerfall im Eichsfeld, Zeitzeugen erinnern sich, Das Eichsfeld nach dem Mauerfall. „Das Besondere dieser kleinen Dokumentation und Zeitreise begründet sich unter anderem durch die verschiedenen Blickwinkel, die Einbeziehung regionalgeschichtlicher Ereignisse und Reflexionen von Zeitzeugen“, sagt Annette Schönecker.

Die Ausstellung ist aber nicht einfach nur in den Räumlichkeiten des Leibniz-Gymnasiums zu bestaunen. Die Jugendlichen der zwölften Klasse begleiten auch kleine Schülergruppen und erklären die Schautafeln. Auch die Eltern haben beim Elternsprechtag die Möglichkeit, sich diese komplexe Ausarbeitung anzusehen und vielleicht erneut die Grenzöffnung zu durchleben.

Geschichte durch Wissen und Kreativität vermitteln